Josef Schöffel: Der Retter des Wienerwalds

Josef Schöffel hat maßgeblich dazu beigetragen, dass der Wienerwald in seiner heutigen Form existiert. Erfahre jetzt seine Geschichte.
Frühes Leben und Engagement für den Wienerwald
Josef Schöffel wurde am 29. Juli 1832 Příbram im heutigen Tschechien geboren. Er diente 1857 – 1863 in der österreichischen Armee und schaffte es bis zum Oberleutnant. Danach arbeitete er beim geologischen Dienst Österreichs. In den Jahren 1870 – 1872 machte er sich als Naturschützer einen Namen. Durch eine journalistische Kampagne verhinderte er, dass ein Viertel des Wienerwaldes an den Holzhändler Moritz Hirschl zur Schlägerung verkauft wurde. Das Finanzministerium versuchte mit der Aktion seine schlechte finanzielle Lage zu verbessern. Für sein Vorhaben fand Schöffel kaum Mitstreiter und wurde von der Presse angefeindet. Er wurde sogar vor Gericht geladen, wo sämtliche Klagen aufgrund seiner guten Recherchen zurückgezogen wurden. In der Folge wurde ihm Schweigegeld angeboten und es verbreitete sich das Gerücht, dass einem Jäger der ihn irrtümlich treffe, keine Konsequenzen drohen. Danach machte Schöffel bei keiner Jagd mit. Josef Schöffel wurde schließlich am 20. März 1872 freigesprochen. Die Regierung entzog daraufhin dem Finanzministerium die Verfügung über die Staatsforste. Im Jahr 1873 folgte ein Börsenkrach, der dem Bauboom ein Ende versetzte. Damit war der Verkauf des Wienerwalds vom Tisch.
Ich wünsche mir nur, dass, wenn der Wienerwald, was nicht unmöglich ist, wieder einmal von Spekulanten bedroht werden sollte, sich zur rechten Zeit ein Mann finde, der denselben mit Erfolg verteidigt. – Josef Schöffel
Weiteres Leben
Josef Schöffel war ein bekannter Mann. Er wurde 1873 Mitglied des Reichsrates und war von 1873 – 1882 Bürgermeister von Mödling. Im Jahr 1875 machte er in einer Rede auf die Gefahr der reingeschleppten Rebalus für den Weinbau aufmerksam. Zudem engagierte sich Josef Schöffel sozial und gründete mit seinem Freund Josef Hyrtl ein Waisenhaus. In Mödling und vielen anderen Gemeinden des Wienerwalds wurde er Ehrenbürger. In den letzten Jahren wollte er in das von ihm gegründete Waisenhaus einziehen. Doch dazu kam es nicht mehr. Er starb am 7. Februar 1910 vereinsamt in Mödling.
Würdigung
Josef Schöffel erhielt für sein ökologisches und soziales Engagement einige Auszeichnungen. Im Jahr 1912 wurde in Währing die Schöffelgasse nach ihm benannt, 1994 in Penzing der Schöffelplatz. In Mödling gibt es sowohl einen Stadtteil mit dem Namen Schöffelstadt, als auch einen Schöffelpark. Zudem gibt es in der Gegend mehrere Denkmäler.
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