Wisent kehrt in den Kaukasus zurück

Der Wisent kehrt nach knapp 100 Jahren durch ein internationales Artenschutzprojekt in den Kaukasus zurück.
Fast ein Jahrhundert lang galt der Wisent im Kaukasus als verschwunden. 1927 wurde das letzte Tier in dieser Region getötet. Nun kehrt der Europäische Bison langsam in seine frühere Heimat zurück. Es ist das Ergebnis eines internationalen Artenschutzprojekts mit Beteiligung des WWF, das die Wiederansiedlung im Shahdag-Nationalpark zum Ziel hat.
Neues Zuhause für den Wisent
Die Tiere stammen aus verschiedenen europäischen Zuchtprogrammen und Zoos. Von dort aus wurden sie per Flugzeug und LKW bis in den Norden von Aserbaidschan transportiert. Insgesamt handelte es sich um eine Gruppe von zwölf Wisenten, darunter mehrere Kühe und Bullen. Nach ihrer Ankunft wurden sie zunächst tierärztlich untersucht und behutsam an ihre neue Umgebung gewöhnt. Für die beteiligten Tierpfleger und Naturschützer war es ein bewegender Moment, als die mächtigen Tiere schließlich zum ersten Mal wieder kaukasischen Boden betraten.
Sorgfältige Vorbereitungen
Der Hintergrund des Projekts ist dramatisch wie hoffnungsvoll: Nachdem die Art in freier Wildbahn nahezu ausgerottet war, überlebten Wisente nur dank weniger Tiere in Gefangenschaft. Aus diesen Restbeständen entstanden internationale Zuchtprogramme, die heute das Fundament für Auswilderungen bilden. Dabei spielt die genetische Vielfalt eine entscheidende Rolle, um Inzucht zu vermeiden und langfristig gesunde Populationen aufzubauen.
Ungestörtes Leben
Im Nationalpark finden die Wisente auf einer riesigen, geschützten Fläche geeignete Lebensbedingungen. Einige Tiere tragen Senderhalsbänder, damit ihre Bewegungen beobachtet und nachvollzogen werden. Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Seit Beginn des Projekts sind mehrere Kälber geboren worden. Das gilt als deutliches Zeichen dafür, dass sich die Tiere in ihrem ursprünglichen Lebensraum wieder etablieren.
Darüber hinaus leisten Wisente einen wichtigen Beitrag für das Ökosystem. Durch ihr Fressverhalten und ihre Wanderungen öffnen sie Landschaften, schaffen Lichtungen und fördern so die Artenvielfalt. Das Ziel des Projekts ist es, eine stabile, sich selbst erhaltende Population im Kaukasus. Noch ist dieser Weg nicht abgeschlossen, doch die bisherigen Entwicklungen machen Hoffnung.
Hat dir unser Beitrag gefallen? Dann melde dich für den Newsletter an, um informiert zu bleiben. Wenn du uns unterstützen möchtest, kannst du das mit einer Mitgliedschaft tun!



Keine Kommentare