Oktopusfarm nach Protesten gestoppt

Eine von einem spanischen Unternehmen geplante Oktopusfarm wurde nach heftigen Protesten von Tierschützern gestoppt.
Millionenprojekt sorgt für Kritik
Bereits vor einigen Jahren hatte das spanische Fischereiunternehmen Nueva Pescanova seine Pläne für eine Farm auf Gran Canaria vorgestellt, in der jedes Jahr etwa 3.000 Tonnen Oktopusfleisch produziert werden sollten. Die geplante Anlage hätte rund 65 Millionen Euro gekostet. Man sah darin eine Möglichkeit, die wachsende Nachfrage zu bedienen und die Belastung wild lebender Bestände zu reduzieren. Doch das Vorhaben stieß auf erheblichen Widerstand. Der Grund: Oktopusse gelten als außergewöhnlich intelligente Tiere. Sie können komplexe Probleme lösen und sogar einzelne Menschen unterscheiden. Daher wurde in Frage gestellt, ob eine Haltung der Tiere in großem Maßstab überhaupt mit dem Tierschutz vereinbar sei.
Leben unter künstlichen Bedingungen
Besonders problematisch wäre nach Ansicht von Kritikern die Haltung in der geplanten Farm gewesen. Oktopusse leben überwiegend als Einzelgänger und sind nachtaktiv. In der Zuchtanlage hätten dagegen viele Tiere gemeinsam in Becken gehalten werden sollen. Zusätzliche Kritik gab es an der Tötungsmethode durch starke Abkühlung, vor allem angesichts neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über das Bewusstsein und Schmerzempfinden der Tiere.
Unternehmen gibt Pläne auf
Nach einem jahrelangen Streit um Umweltfragen und notwendige Genehmigungen zog Nueva Pescanova schließlich die Konsequenzen. Das Unternehmen teilte mit, die Pläne für die Anlage auf Gran Canaria nicht weiterzuverfolgen. Als Gründe wurden vor allem wirtschaftliche und regulatorische Faktoren genannt. Das Projekt auf der Insel ist damit zumindest vorerst beendet.
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