Ukrainische Kinder machen Urlaub vom Krieg

Gerade für ukrainische Kinder ist die Situation im Krieg besonders belastend. Eine Gruppe konnte nun eine Auszeit im Rheinland nehmen.
Die 32 Kinder im Alter zwischen 8 und 14 Jahren sind aus Kölns Partnerstadt Dnipro angereist. Im Rheinland können sie für zehn Tage Abstand gewinnen. Untergebracht sind sie in einem Jugendgästehaus der Bayer AG in Wermelskirchen. Dort stehen Erholung und gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt. Statt Sirenen, Drohnen und Schutzkellern warten auf sie Ferien und die Möglichkeit, einfach wieder Kind zu sein.
Alltag zwischen Alarmen und Angst
Was für viele Kinder selbstverständlich ist, sieht in Dnipro ganz anders aus. Unterricht, Freunde treffen oder mit der Familie unterwegs sein ist oftmals nicht möglich. Die Luftalarme können den Tagesablauf jederzeit unterbrechen. Dann heißt es, Schutz zu suchen und teilweise stundenlang im Keller auszuharren. Auch der Schulunterricht findet häufig nur noch online statt. Für die Kinder ist deshalb bereits ein ruhiger Himmel etwas Besonderes. Flugzeuge oder andere Geräusche am Himmel lösen in ihrer Heimat häufig Angst aus, weil sie mit möglichen Angriffen verbunden werden. In der Gruppe hat jedes Kind seinen Vater durch den Krieg verloren – entweder weil er gefallen ist oder als vermisst gilt.
Ferien statt Krieg
Im Rheinland sollen die Kinder positive Erfahrungen sammeln. Auf dem Programm stehen verschiedene Ausflüge, unter anderem ins Phantasialand, zur BayArena und zum Kölner Dom. Vor allem der Dom ist für einige Kinder ein besonderes Erlebnis. So können ein paar schöne Erinnerungen mitgenommen werden.
Städtepartner Köln und Dnipro
Köln und Dnipro verbindet seit zwei Jahren eine offizielle Städtepartnerschaft. Gerade während des Krieges soll diese Verbindung ein Zeichen der Solidarität sein. Organisiert wurde das Feriencamp vom Kölner Städtepartnerschaftsverein gemeinsam mit dem Verein Blau-Gelbes Kreuz. Die Bayer AG zahlte einen Großteil der Reise. Doch auch Spenden spielten eine wichtige Rolle. Die zehn Tage in Deutschland lassen den Krieg nicht verschwinden, aber sie schenken den Kindern Momente, in denen sie lachen, spielen, Neues entdecken und unbeschwert sein können. Vielleicht bleiben genau die Erinnerungen noch lange bestehen.
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