Borreliose: Impfstoff zeigt Wirkung

Ein gemeinsam entwickelter Borreliose Impfstoff von Pfizer und Valneva zeigte in einer Studie eine Wirksamkeit von über 70 Prozent.
Die Pharmaunternehmen Pfizer und Valneva haben die Ergebnisse ihrer klinischen Studie veröffentlicht. Sie geben Anlass zur Hoffnung. Der Impfstoff erreichte eine Wirksamkeit von rund 73 Prozent und könnte schon in naher Zukunft auf den Markt kommen.
Was ist Borreliose?
Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, wird durch Bakterien verursacht, die über den Stich infizierter Zecken auf den Menschen übertragen werden. Zu den typischen ersten Anzeichen gehören Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen und die charakteristische ringförmige Hautrötung. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, können unter anderem Gelenke, das Nervensystem oder das Herz betroffen sein.
Vielversprechende Studienergebnisse
An der internationalen Studie nahmen etwa 9.400 gesunde Teilnehmerinnen und Teilnehmer ab einem Alter von fünf Jahren aus Europa, Kanada und den USA teil. Die Auswertung zeigte, dass der Impfstoff 28 Tage nach der vierten Impfdosis eine Wirksamkeit von 73,2 Prozent gegen bestätigte Borreliose-Fälle erreichte. Auch hinsichtlich der Sicherheit verlief die Studie positiv: Der Impfstoff wurde gut vertragen und es wurden keine relevanten Sicherheitsprobleme festgestellt.
Mühsame Auswertung
Die erste Zwischenanalyse lieferte noch kein eindeutiges Ergebnis. Der Grund dafür war jedoch nicht eine mangelnde Wirksamkeit des Impfstoffs, sondern dass während des Studienzeitraums insgesamt deutlich weniger Borreliose-Fälle auftraten als ursprünglich erwartet. Dadurch fehlten genügend Erkrankungen für eine statistisch belastbare Bewertung. Eine spätere Analyse bestätigte die Wirksamkeit des Impfstoffs und erfüllte die wissenschaftlichen Anforderungen für eine mögliche Zulassung.
Zulassung als nächster Schritt
Da es derzeit keinen zugelassenen Borreliose-Impfstoff für Menschen gibt, könnte der Impfstoff von Pfizer und Valneva eine wichtige Lücke schließen. Nach den positiven Studienergebnissen bereitet Pfizer nun die Einreichung der Zulassungsunterlagen bei den zuständigen Behörden vor. Sollte der Impfstoff zugelassen werden, wäre er vor allem ein Schutz für Menschen, die in Regionen mit hoher Zeckenbelastung leben oder sich häufig in der Natur aufhalten.
Fazit
Die Studiendaten sind ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen Borreliose. Zwar steht die behördliche Zulassung noch aus, doch die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass ein wirksamer Schutz vor der durch Zecken übertragenen Erkrankung in greifbare Nähe rückt.
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