Gino Bartali: Tour de France Gewinner und Judenretter

Gino Bartali ist einer der erfolgreichsten Radfahrer Italiens und rettete im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Juden vor dem Tod.
Sportliche Karriere
Gino Bartali wurde am 18. Juli 1914 in der Nähe von Florenz geboren. Bereits in jungen Jahren zeigte sich sein Talent im Radsport. Den ersten Sieg schaffte er mit 16 Jahren beim Großen Preis der Debütanten in Florenz. Es folgte eine Profikarriere, die von 1935 bis 1953 andauerte. Er galt damals als bester Bergfahrer. Während seiner Laufbahn gewann er sieben Mal die Bergwertung des Giro d’Italia. Dreimal gewann der Bartali sogar die Gesamtwertung. Zudem gewann er zweimal die Tour de France. Seine Rivalität mit dem Landsmann Fausto Coppi war legendär. Nach seiner Karriere war er als Kommentator aktiv. Er war auch Laienbruder der Karmeliten und wurde daher auch als radelnder Mönch bezeichnet. Mit seiner eigenen Fabrik produzierte er unter seinem Namen Fahrräder, Mopeds und Motorräder. Im Jahr 1949 übergab er dem damaligen Papst Pius XII. die ersten drei Fahrräder seiner Produktion.
Engagement im Zweiten Weltkrieg
Durch den Zweiten Weltkrieg musste Gino Bartali seine Karriere im besten Alter unterbrechen. Er war als Fahrradkurier für die Untergrundorganisation DELASEM aktiv, die sich für die Rettung von Juden einsetzte. Bartali versteckte sie und soll 800 Menschen vor der Deportation bewahrt haben. Für sein Handeln wurde er im Laufe der Jahre ausgezeichnet. Im Jahr 2005 erhielt er postum die Goldene Ehrenmedaille. Im Jahr 2013 wurde er zum Gerechten unter den Völkern ernannt. Am 4. Mai 2018 startete der Giro d’Italia das erste Mal nach 101 Jahren außerhalb Europas. Die erste Etappe fand in Jerusalem statt und war Gino Bartali gewidmet. Im Zuge dessen wurde ihm posthum die israelische Staatsbürgerschaft verliehen.
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