Joy Milne: Ein Riecher für Parkinson

Unglaublich aber wahr: Joy Milne kann Parkinson und andere Krankheiten am Geruch erkennen. Wie das die Medizin revolutioniert.
Die Entdeckung des Geruchs
Die ehemalige Krankenschwester Joy Milne hat Hyperosmie. Das ist der medizinische Fachbegriff für einen besonders empfindlichen Geruchssinn. Im Jahr 1982 fiel ihr bei ihrem Mann ein seltsamer Geruch auf. Sie bezeichnet ihn als etwas unappetitlich, so als hätte er längere Zeit nicht geduscht. Erstmal dachte sie sich jedoch nichts dabei. Jahre später wurde bei ihrem Mann Parkinson diagnostiziert. Als die beiden im Jahr 2009 eine Selbsthilfegruppe besuchten, vernahm Joy Milne bei den anderen Betroffenen wieder diesen Geruch. Ab dem Zeitpunkt wurde ihr klar: Sie konnte Parkinson mit ihrer feinen Nase erkennen.
Unglaubliche Resultate
Im Jahr 2012 war Joy Milne bei einem Vortrag des Forschers Tilo Kunath zum Thema Parkinson. Sie fragte ob es Forschung gäbe, warum Menschen mit der Krankheit anders riechen. Erst dachte Kunath, sie meine damit den Verlust des Geruchssinns, der bei vielen Menschen mit der Krankheit auftritt. Doch Milne hatte vom Körpergeruch gesprochen. Sie wurde später zu einem Test eingeladen, bei dem sie an der Kleidung von 12 Menschen roch. Sechs davon waren an Parkinson erkrankt, die anderen sechs waren gesund. Zuvor mussten die Teilnehmenden die Kleidung 24 Stunden lang tragen, Parfüms oder Deos waren nicht erlaubt. Joy Milne konnte alle Menschen mit der Krankheit am Geruch erkennen. Mehr noch: Sie konnte das früher als alle herkömmlichen medizinischen Tests. Auf Basis dieser Ergebnisse wurden neue Untersuchungen entwickelt, die Parkinson mit einer Genauigkeit von 97% erkennen.



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