Margot Friedländer: Zeitzeugin des Holocaust

Die bekannte Zeitzeugin Margot Friedländer ist im Alter von 103 Jahren verstorben. Wir widmen ihr einen Nachruf auf ihr bewegtes Leben.
Herkunft und Verfolgung
Margot Friedländer wurde am 5. November 1921 als Anni Margot Bendheim in Berlin geboren. Im Jahr 1925 kam ihr Bruder Ralph zur Welt. Der Vater Artur Bendheim war Hilfsarbeiter im Handelsgewerbe sowie ein Kriegsveteran und heiratete die aus Polen stammende Auguste Gross, die Inhaberin eines Geschäfts für Knöpfe war. Die Familie war jüdisch. Im Jahr 1937 ließen sich die Eltern scheiden. Ein Jahr später haben die USA die Einreise verweigert, auch Versuche zur Auswanderung nach Brasilien und China scheiterten. Der Vater von Margot wurde 1942 in einem Vernichtungslager ermordet, im folgenden Jahr auch ihre Mutter sowie ihr Bruder. Die Nachbarn erzählten der jungen Margot Friedländer die letzte Botschaft der Mutter: „Versuche, dein Leben zu machen.“ Zudem hinterließ ihr die Mutter ihre Bernsteinkette.
Die restliche Zeit des Krieges versteckte sich Margot und versuchte nicht aufzufallen. Sie färbte sich die Haare rot, trug statt dem Judenstern ein Kreuz und veränderte ihre Nase. Im Frühjahr 1944 wurde sie von anderen Juden verraten und von den Nazis in das Konzentrationslager Theresienstadt geschickt. Dort sah sie Adolf Friedländer wieder, den sie bereits vom Jüdischen Kulturbund kannte. Auch er hatte seine Familie durch die Nazis verloren.
Nach dem Krieg
Die beiden überlebten den Krieg, heirateten und reisten mit dem Schiff nach New York. Sie nahm die US-Staatsbürgerschaft an und schrieb ihren Namen nun als „Friedlander“. Sie hatten keine Kinder. Fortan war Margot Friedländer als Schneiderin und Reiseagentin tätig. Im Jahr 1997 starb ihr Mann. Nach seinem Tod besuchte sie einen Kurs für biografisches Schreiben. 2003 wurde sie vom Berliner Senat nach Deutschland eingeladen. Im Jahr 2008 erschien ihre Autobiografie Versuche, dein Leben zu machen. Ab 2010 lebte sie wieder in ihrer Heimatstadt Berlin und nahm die Deutsche Staatsbürgerschaft an. Sie ging wöchentlich bis zu dreimal an Schulen und andere Einrichtungen, um über ihr Leben zu berichten und über den Holocaust aufzuklären. Dabei hatte sie manchmal die Bernsteinkette ihrer Mutter bei sich. Im Jahr 2023 gründete sie die



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