Witold Pilecki ging freiwillig ins KZ Auschwitz

Witold Pilecki war ein Offizier und die einzige Person, die freiwillig ins KZ Auschwitz ging, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Die ersten Jahre
Witold Pilecki wurde am 13. Mai 1901 in Olonez im damaligen Russischen Reich geboren. Seine Familie war aktivistisch aktiv und von Repressionen betroffen. 1910 zog die Familie nach Wilna (heute als Vilnius die Hauptstadt Litauens). Witold Pilecki schloss sich einer geheimen Pfadfindergruppe an. Im Ersten Weltkrieg schloss er sich im Jahr 1918 den polnischen Einheiten an und nahm in den Jahren darauf am Polnisch-Sowjetischen Krieg teil. Für seine tapferen Leistungen wurde er mit Auszeichnungen bedacht. Nach dem Ende des Krieges absolvierte er sein Abitur und heiratete Maria Ostrowska, mit der er die Kinder Andrzej und Zofia hatte.
Zweiter Weltkrieg
Im Zuge des Zweiten Weltkrieg wurde Witold Pilecki einberufen und war als Kommandant in der polnischen Armee tätig. Seine Division wurde aufgerieben und löste sich schließlich auf. Pilecki kam mit seinem Major Jan Włodarkiewicz ins deutsch besetzte Warschau. Er gründete mit ihm am 9. November 1939 die Tajna Armia Polska (Geheime polnische Armee, kurz TAP), eine der ersten Untergrundorganisationen. Pilecki wurde zum organisatorischen Kommandanten und erweiterte die Organisation über Warschau hinaus in andere Großstädte in Polen. 1940 hatte die TAP über rund 8.000 Männer. Später wurde die Organisation in die Armia Krajowa (Polnische Heimatarmee) integriert.
Die Auschwitz Kampagne
Im Jahr 1940 wusste man wenig über die Lager der Deutschen. Witold Pilecki stellte seinen Vorgesetzten einen wahnwitzigen Plan vor: Er wollte sich freiwillig in das KZ Auschwitz einschleusen, um einen Eindruck aus erster Hand zu gewinnen und Informationen nach außen zu schmuggeln.
Seine Vorgesetzten besorgten ihm einen gefälschten Pass mit dem Namen Tomasz Serafiński. Am 19. September 1940 ging er bei einer Razzia auf die Straße und wurde mit 2.000 Zivilisten verhaftet. Nach zwei Tagen Folter wurde er nach Auschwitz geschickt. Auf den Unterarm tätowierte man die Häftlingsnummer 4859. Im Zuge der Dokumentation wurden ihm zwei Zähne ausgeschlagen.
Die Zeit in Auschwitz war hart. Pilecki musste schuften und überlebte eine Lungenentzündung. Er startete im Lager die Vereinigung militärischer Organisationen (Związek Organizacji Wojskowej, kurz ZOW). Das Ziel war die Verbesserung der Moral der Insassen, die Beschaffung von mehr Lebensmitteln und Kleidung und die Einrichtung von Netzwerken zur Übertragung von Nachrichten. Bis zum Jahr 1941 war die Organisation deutlich gewachsen, bis 1942 hatte sie über 1.000 Mitglieder. Die Kommunikation nach außen gelang. Im Gegensatz zu den Erwartungen Pileck…



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