Zirkustiere werden in Ungarn verboten

Für viele Menschen gehören Zirkustiere noch immer zur Normalität. Ungarn setzt ein Zeichen für den Tierschutz und ändert diese Praxis.
Ab dem 1. Januar 2027 dürfen bestimmte Wildtiere nicht mehr in Zirkusvorstellungen eingesetzt werden. Die neue Regelung geht dabei über ein reines Auftrittsverbot hinaus. Künftig sollen auch der Erwerb, die Zucht, die Haltung und das Abrichten der betroffenen Wildtiere für Zirkuszwecke untersagt sein. Damit will die ungarische Regierung nicht nur den Tierschutz stärken, sondern auch die Sicherheit erhöhen.
Die Regelung
Für Zirkusse, die bereits Wildtiere besitzen, gibt es eine Übergangsregelung. Tiere, die bisher legal gehalten wurden, dürfen grundsätzlich bis zu ihrem Lebensende bei ihren Haltern bleiben. Allerdings darf dann kein Nachwuchs gezüchtet werden und die Tiere dürfen nicht mehr in Vorstellungen auftreten. Einige Tierarten sind von den neuen Vorgaben nicht betroffen. Dazu gehören beispielsweise Pferde, bestimmte Haustiere, Kameliden und Papageien. Voraussetzung ist, dass ihre Haltung den Bedürfnissen der Tiere entspricht und angemessene Bedingungen gewährleistet sind. Dass ein Zirkus auch ohne Wildtiere erfolgreich sein kann, zeigt der ungarische Nationalzirkus bereits seit einigen Jahren. Dort wird seit 2022 vollständig auf Wildtiere verzichtet.
Deutschland geht anderen Weg
Während Zirkustiere in Ungarn einschränkt werden, gibt es in Deutschland kein bundesweites Verbot. Viele Tierschützer kritisieren diese Situation und fordern strengere Regeln. Deutschland gilt in der Europäischen Union als eines der Länder mit besonders wenigen Einschränkungen in diesem Bereich. Allerdings können deutsche Städte und Gemeinden eigene Regelungen treffen. Einige Kommunen stellen keine öffentlichen Flächen für Zirkusse zur Verfügung, die Wildtiere mitführen.
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