Haft: Brasilien ermöglicht Verkürzung durch Lesen

In Brasilien können die Insassen ihre Haft mit einem ungewöhnlichen Programm zur Resozialisierung verkürzen: Durch das Lesen von Büchern.
Im Detail funktioniert das Modell so: Insassen können in der Bibliothek der Gefängnisse Bücher ausleihen und im Anschluss eine schriftliche Zusammenfassung einreichen. Für jede geprüfte Rezension wird die Haftzeit um bis zu 4 Tage verkürzt, im Jahr maximal um 48 Tage. Das entspricht 12 Büchern.
Lesen zur Resozialisierung
Die Grundlage für diese Maßnahme bildet ein Gesetz aus dem Jahr 2012. Es schreibt vor, dass die Insassen während der Zeit im Gefängnis auf die Rückkehr in die Gesellschaft vorbereitet werden müssen. Durch die Förderung von Kompetenzen wie Lesen kombiniert man Bildung mit einer Hafterleichterung. Einige andere Länder haben hier schon mit positiven Beispielen aufgezeigt.
Lesen zeigt Wirkung
Eine Untersuchung zeigt, dass brasilianische Gefangene neunmal so viel lesen wie der Durchschnitt der Nation. Das Angebot kommt gut an: Zehntausende Insassen nehmen es bereits in Anspruch. Ein tolles und inspirierendes Beispiel dafür, wie man die Bildung der Menschen während der Haftzeit stärken und sie auf das Leben danach vorbereiten kann.
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