Cybermobbing: EU startet Aktionsplan

Cybermobbing kann bei den Betroffenen Stress, Schlafprobleme und psychische Erkrankungen auslösen. Die EU will dagegen vorgehen.
Ein verbreitetes Problem
Cybermobbing ist für viele junge Menschen in Europa längst trauriger Alltag. Beleidigungen in sozialen Netzwerken, Bloßstellungen in Chatgruppen oder das Verbreiten von Gerüchten begleiten Betroffene in ihrem Alltag. Den Daten zufolge erlebte jede sechste Person im jugendlichen Alter Cybermobbing. Diese Zahlen machen deutlich, wie groß das Problem ist.
Mobbing im Internet
Anders als beim klassischen Mobbing endet die Demütigung im digitalen Raum nicht an der Schultür. Inhalte können sich rasend schnell verbreiten, dauerhaft gespeichert bleiben und ein großes Publikum erreichen. Hinzu kommt, dass die verursachenden Personen oft anonym auftreten. Neue Technologien verschärfen die Lage zusätzlich: Mit Hilfe künstlicher Intelligenz lassen sich etwa manipulierte Bilder oder sogenannte Deepfakes erstellen, die gezielt eingesetzt werden, um andere bloßzustellen. In vielen Fällen sind Mädchen und junge Frauen davon betroffen.
EU mit Aktionsplan
Um gegen diese Entwicklung vorzugehen, hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan vorgestellt. Präsentiert wurde er rund um den Safer Internet Day, der jedes Jahr auf Sicherheit im Netz aufmerksam macht. Ziel der Initiative ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene besser zu schützen und ihnen konkrete Hilfsangebote an die Hand zu geben.
App soll helfen
Ein Kernstück des Plans ist die Idee einer EU-weiten App, über die Betroffene Vorfälle unkompliziert melden, Beweise sichern und Unterstützung erhalten können. Die Anwendung soll mit bestehenden nationalen Beratungsstellen verknüpft werden und sich an bewährten Modellen wie der französischen Initiative 3018 orientieren. Dadurch sollen Hilfsangebote schneller auffindbar und zugänglicher werden.
Prävention stärken
Darüber hinaus setzt die Kommission stark auf Prävention. Schulen und Lehrkräfte sollen besser geschult und mit Materialien ausgestattet werden, um Medienkompetenz und respektvolles Verhalten im digitalen Raum frühzeitig zu fördern. Auch eine engere Zusammenarbeit mit Online-Plattformen ist vorgesehen, damit probl…



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