Henrietta Lacks: Die unsterbliche Frau

Henrietta Lacks wurde unsterblich und veränderte die Geschichte der Medizin für immer. Ihre Zellen sind von unschätzbarem Wert.
Leben und Herkunft
Henrietta Lacks wurde am 1. August 1920 in Roanoke in Virginia geboren. Sie war das neunte Kind einer großen Familie und wuchs in armen Verhältnissen auf. Ihr Mutter starb, als Henrietta erst vier Jahre alt war. Der Vater war überfordert mit der Erziehung der vielen Kinder. Henrietta Lacks wurde von ihren Großeltern aufgenommen. Sie wuchs in einer einfachen Hütte auf, die früher als Unterkunft für Sklaven gedient hatte. Henrietta wurde im Jahr 1935 mit 14 Jahren zum ersten Mal Mutter, der Vater des Kindes war ihr Cousin. Sie wurden zum Paar. In den Jahren 1939, 1947, 1949 sowie 1950 bekamen sie weitere Kinder.
Erkrankung und Tod
Anfang 1951 ging Henrietta Lacks aufgrund starker Blutungen nach der Geburt ihres letzten Kindes ins John Hopkins Spital. Während man zunächst von einer Infektion mit Syphilis ausging, stellte man bei weiteren Untersuchungen eine Veränderung am Gebärmutterhals fest. Sie sind bei der Geburt ihres Sohnes vor ein paar Monaten nicht aufgefallen. Es handelte sich um Krebs. Henrietta starb trotz der Behandlung am 4. Oktober 1951 im Alter von nur 31 Jahren.
Unsterbliche HeLa Zellen
Im Zuge der Behandlungen wurden Henrietta Lacks Gewebeproben entnommen. Sie landeten bei dem Zellbiologen George Otto Gey, der an der Schaffung einer unsterblichen Zellkultur arbeitete. Er versuchte bereits seit 30 Jahren, eine solche Zelllinie zu erschaffen. Bei Tieren gelang dies bereits, bei menschlichen Zellen kam es nach 30 bis 50 Teilungen zum Absterben der Zellen. Gey isolierte eine Zelllinie aus dem Tumorgewebe der Frau und gab ihr die anonymisierten Initialen HeLa. Heute werden die Zellkulturen bei vielen Tests eingesetzt. Alleine bis zum Jahr 2015 wurden rund 50 Millionen Tonnen HeLa-Zellen kultiviert. Weltweit gibt es fast 11.000 Patentente, in denen diese Zellen vorkommen.
Henrietta Lacks wurde in die Verwendung ihrer Zellen nicht eingeweiht. Ebenso bekamen die Mitglieder der Familie keinerlei finanzielle Vergütungen. Die Autorin Rebecca Skloot gegründete die Henrietta Lacks Foundation, die sich für die Interesse jener Menschen einsetzt, die ohne ihr Wissen Teil der medizinischen Forschung wurden. Im Jahr 2020 beschloss mit dem Howard Hughes Medical Institute die erste größere Forschungseinrichtung, für jede an ihrer Einrichtung erzeugte neue HeLa-Zelllinie sowie für künftige neue Linien einen Dollarbetrag an die Henrietta Lacks Foundation zu spenden. Eine weitere Stiftung, die Lacks Family HeLa Foundation, wurde von ihren Familienmitgliedern gegründet und setzt sich für die finanzielle Unterstützung von bedürftigen Krebskranken ein.
Obwohl sie selbst nichts mehr davon m…



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