Bürgermeister entfernt Trennkeile gegen Obdachlose

Markus Fäßler ist Bürgermeister der Stadt Dornbirn. Er setzt sich persönlich gegen die Diskriminierung von obdachlosen Menschen ein.
Bürgermeister setzt Zeichen
In Dornbirn, einer Stadt in Vorarlberg, hat der Bürgermeister Markus Fäßler von der SPÖ für Aufmerksamkeit gesorgt, indem er selbst sogenannte Trennkeile von mehreren Sitzbänken entfernte. Diese Trennelemente aus Holz sollten verhindern, dass obdachlose Menschen sich auf die Bänke legen und übernachten. Solche Vorrichtungen gehören zur sogenannten defensiven Architektur – einer Gestaltungspraxis, die bestimmte Verhaltensweisen im öffentlichen Raum gezielt unterbindet. Besonders häufig trifft es jene Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben und auf öffentliche Plätze angewiesen sind.
Ausgrenzende Maßnahmen
Defensive Architektur findet sich in vielen Städten weltweit. Sie reicht von Bänken mit Unterteilungen über geneigte Flächen, die das Sitzen verhindern, bis hin zu Metallstiften auf Mauern, die das Sitzen unmöglich machen. Formal wird es häufig mit Themen wie Sicherheit oder Ordnung begründet, tatsächlich führt es aber oft dazu, dass verletzliche Gruppen aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden.
Vorbild für andere Städte
Dornbirn will einen anderen Weg gehen. Nachdem Kritik an dieser Praxis lauter wurde, kündigte die Stadt an, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Sozialarbeit, Polizei und Verkehrsplanung ins Leben zu rufen und Lösungen zu erarbeiten, die Rücksicht auf alle Nutzergruppen nehmen. Das Ziel ist ein öffentlicher Raum, der Sicherheit bietet, ohne Menschen zu marginalisieren. Statt einer Verdrängung sollen die Begegnungen, Zugänglichkeit und gesellschaftliche Teilhabe im Fokus stehen.
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